Mogo Pappendorf 2014

Text: 2. Sam. 12, 1-10 und 13-15a

- Der Text aus der Bibel, über den ich heute predige stammt aus dem alten Testament.
- Es ist der dickere Teil der Bibel. Vieles von dem was im AT steht beschreibt gelebten Glauben, Beschreibt die Geschichte des Volkes Israel, das Gott nach der Aussage der Bibel zu seinem auserwähltem Volk gemacht hat.
- Das AT enthält aber auch viele Geschichten, besser gesagt Lebensberichte, eine Art Biografien von einzelnen Männern.
- Eine dieser Geschichten, die viel Raum einnimmt ist die Geschichte von David.

- David ist der Sohn eines bis dahin unbekannten Bauern mit Namen Isai.
- Bis vor einer Generation war man sich als ganzes Volk Israel einig, dass man keinen König haben möchte, sondern das Gott,
der Gott der Bibel,
der Gott, der in der Bibel beschrieben ist, ihr König sein soll.

- Doch dann wollte das Volk endlich auch einen König haben, wie alle anderen Völker um sie herum.

- Das ist doch immer so. Das Spielzeug das Franz gerade hat, will ausgerechnet in diesem Moment auch Günter haben.
- Hat der Nachbar erst einmal ein neues Auto oder Motorrad, überlegt man, dass das eigene ja auch schon 4 Jahre alt ist und ein neueres Modell den Hof zieren würde.

- So kommt Israel zu seinem ersten König Saul.
- Doch woher nehmen, wenn es kein Adelsgeschlecht gibt?
- Es wird gelost. Zuerst wird einer der 12 Volksstämme Israels ausgelost, aus diesem dann die Familie und am Ende aus der Familie einer der dazu alt genug ist. Das Los fällt auf Saul.
- Samuel, ein Prophet Gottes bekommt den Auftrag, den Mann, den Gott erwählt hat vor aller Augen zum König zu salben, ihn zu krönen.
- Doch Saul steigt es zu Kopf. Irgendwann pfeift er auf Gottes Gebote, denn er ist ja König.
- Darauf hin verwirft Gott Saul und ein neuer Mann wird gesucht.

- Das ist nun David, der Bauerssohn, gut aussehend, sportlich, musikalisch, klug und fromm.

- Was David in seinem Leben alles so erlebt kann man gut nachlesen.
- Wüsste ich es nicht besser, könnte man denken Karl May hat eine seiner wunderbaren Geschichten geschrieben.

- Es gibt dennoch etwas was die Bibel anders macht als alle anderen Biografien. Sie benennt auch die negativen Stellen im Leben, sie macht keine Hofberichterstattung, keine Heuchelei, sondern ist ehrlich gegenüber jedermann.

- So hat auch der Text von heute seinen Ursprung in einem Fehlverhalten des berühmtesten Königs Israels, David.

- Er beobachtet eine Frau beim Duschen. Das kann ja mal passieren, dass man seinen Blick so schweifen lässt und plötzlich eine schöne Frau im Evakostüm erblickt.

- Nun ist es immer die Frage: Wie weiter?
- Vielleicht juckt es dich gar nicht. Könnte auch ein Baum sein, der in der Landschaft steht oder aber deine Gedanken gehen mit dir spazieren.
- Hin zu der Frau... Liebe anwesende Frauen, bitte denkt euch das immer mal mit einen duschenden Mann!
- Also hin zu der Frau und dann stellst du dir vor was man alles gemeinsam in dieser Situation erleben könnte.

- Dabei geht es dir wie Franz, jeder hat sein eigenes Spielzeug, aber in diesem Moment willst du ausgerechnet das, mit dem Günter gerade spielt.

- Spätestens hier wird es zu einer Sache, die nicht in Ordnung ist.
- Du wirst schuldig gegenüber Günter, deinem Ehepartner, deinem Nachbarn oder Arbeitskollegen und gegenüber Gott.

- David zieht nicht die Notbremse, sondern saust in ein erotisches Abenteuer erster Klasse.

- Am Ende bekommt er Muffensausen, als die Frau Batseba auch noch schwanger wird.

- Denn auch Batseba war nicht Single, sondern ihr Mann war Offizier in der Leibgarde von David und ihr Mann kämpft gerade an einer Ecke des Landes für seinen König.

- Wahnsinn, was sich aus einen unbedeutenden Blick entwickeln kann oder?

- Doch das ist noch nicht das Ende, denn David muss Uria, den Mann von Batseba irgendwie los werden.

- Zunächst hat David es ja noch auf die softe Art und Weise versucht.
- Der Offizier bekommt Heimaturlaub, doch Uria schläft vor der Tür, weil er in echter Kamerad ist und meint: Während meine mir unterstellten Soldaten kämpfen, werde ich nicht zu Hause meinen Spaß haben.

- Dann also auf die harte Tour. Uria kommt nach seinen Heimaturlaub direkt in erster Linie, so hat es David befohlen und die Plan geht auf, Uria stirbt im Kampf.
- Ist dir das auch schon mal so ergangen?
- Man kommt in eine Situation, von der man sofort weiß: Uhiii, was hier passiert ist zwar prickelnd, aber nicht in Ordnung.
- Benutzen wir ruhig einmal das alte Wort: Wir wissen das ist Sünde, Schuld vor Gott und den Menschen.

- Du stoppst es nicht in diesem Moment und schon entspinnt es sich wie ein Seidenfaden aus dem Leib einer Spinne.
- Es wird immer mehr. Es kommt immer noch eins dazu. Das eine zieht das andere nach sich. Von Kontrolle schon längst keine Spur mehr.

- Wie da rauskommen?

- Du bemerkst es selbst, hast genug Willen und ziehst die Notbremse.
- Oder du hast jemanden, einen guten Freund, einen Seelsorger dem du erlaubst, dir wenn nötig auf die Finger zu klopfen.

- David hat so einen Seelsorger. Sein Name ist Nathan und er ist nebenbei noch Prophet Gottes. Also ein Mensch der in besonderer Weise einen Draht zu Gott hat und wegweisend von Gott reden kann.

- Nathan wird von Gott zu David gesandt. Da beginnt unser Predigttext.
- Bevor dir ersten jetzt einen Herzinfarkt bekommen und denken: „Oh nein, das war alles nur Vorgeplänkel, die Predigt geht jetzt noch mal so lange, dem sei gesagt: Ich mache es danach kurz, … zumindest kürzer als sonst.
Text lesen (lassen)!
Nathan tadelt David
1 Da sandte der Herr Nathan zu David. Als dieser zu David kam, sagte er: »In einer Stadt lebten zwei Männer. Der eine war reich, der andere arm.
2 Der Reiche besaß viele Schafe und Rinder.
3 Der Arme hatte nichts außer einem kleinen Lamm, das er gekauft hatte. Er zog es zusammen mit seinen Kindern auf. Es aß vom Teller des Mannes, trank aus seinem Becher und es schlief in seinen Armen. Er behandelte es wie eine Tochter.
4 Eines Tages kam ein Gast in das Haus des reichen Mannes. Doch statt ein Lamm oder ein Rind aus seiner eigenen Herde für den Gast zu schlachten, nahm er das Lamm des Armen, schlachtete es und setzte es seinem Gast vor.«
5 David wurde sehr zornig über diesen Mann. »So wahr der Herr lebt«, schwor er, »wer so etwas tut, verdient den Tod!
6 Er muss dem Armen vier Lämmer für das eine geben, das er ihm, ohne auch nur das geringste Mitleid zu zeigen, geraubt hat.«
7 Da sagte Nathan zu David: »Du bist dieser Mann! So spricht der Herr, der Gott Israels: `Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und vor den Anschlägen Sauls gerettet.
8 Ich habe dir das Haus deines Herrn geschenkt und seine Frauen und Israel und Juda. Und wenn das noch nicht genügte, hätte ich dir noch viel mehr gegeben.
9 Warum also hast du das Wort des Herrn missachtet und etwas so Schreckliches getan? Denn du hast den Hetiter Uria durch die Ammoniter ermorden lassen und seine Frau gestohlen.
10 Von jetzt an wird das Schwert eine ständige Bedrohung für deine Familie sein, denn du hast mich missachtet, indem du die Frau des Hetiters Uria zu deiner gemacht hast.´
David bekennt seine Schuld
13 Da bekannte David Nathan: »Ich habe gegen den Herrn gesündigt.« Nathan antwortete: »Ja, aber der Herr hat dir vergeben und du musst wegen dieser Sünde nicht sterben.
14 Doch du hast den Feinden des Herrn die Möglichkeit gegeben, ihn zu verachten und zu verspotten, deshalb wird dein Kind sterben.«
15 Als Nathan nach Hause zurückgekehrt war, ließ der Herr das Kind, das Urias Frau David geboren hatte, todkrank werden.

- Zu dem Text muss man nichts mehr erklären. Der spricht für sich selbst, wenn man die Vorgeschichte kennt. Darum habe ich mich bemüht.
- Was aber ist des Pudels Kern? Was ist die Aussage dieses Abschnittes einer Lebensgeschichte? Was ist davon für uns wichtig?

- Schau nicht auf duschende Frauen! Klingt banal, ist aber im Grunde wichtig.

- Nie war es einfacher mit seiner Phantasie spazieren zu gehen.
- Kein Mensch muss mehr in einen schmuddeligen Sexshop in der Nähe des  Bahnhofviertels, sondern bequem von zu Hause aus ist dir alles möglich.

- Viele Jahrhunderte nach David, wird ein Nachkomme Davids, nämlich Jesus einmal sagen: „Wenn du auch nur eine Frau begehrend ansiehst, hast du mit ihr schon die Ehe gebrochen!“

- Mal ehrlich wer von den über 14-Jährigen hat noch nie jemand auf diese Weise angesehen? - Ihr braucht euch nicht zu melden!

- Ich glaube, da gibt es niemanden. Ich könnte mich da nicht melden.

- Was tun?

- Ich kann vermeiden, dass ich solche Situationen komme.
- Ich kann nicht immer vermeiden, dass mein Blick eine „duschenden Frau“, Frauen bitte mitdenken, für euch gilt dann immer der duschende Mann, - ihr könnt das doch, von den Männern will ich das mal nicht verlangen.
- Also, ich kann nicht immer vermeiden, dass mein Blick eine duschende Frau sieht, aber ich kann in einem Bruchteil einer Sekunde eine Entscheidung treffen: Weiter starren oder dezent wegschauen.

- Also wegschauen, weil ich weiß, dass Sünde wie ein Gummiband ist.
Gerade habe ich gedacht, ich hätte es unter Kontrolle und das Band wäre zu Ende, da kommt mir die nächste Sünde mit einem großen Pflubbb um die Ohren geflogen.

- Hast du das schon mal bemerkt: Du kannst nicht punktuell sündigen, es zieht immer noch ein, zwei, drei – jeder kann selbst zählen – andere Sünden nach sich.
- Ist das schon des Pudels Kern? Nein, das war vielleicht ein ganz praktischer, nicht zu verachtender Aspekt, aber der Kern war es wohl noch nicht.

- Der Kern liegt in der Aussage über Ursache und Wirkung.

- Wie in der Physik bleibt keine Ursache ohne Wirkung. Ich schiebe ein Teilchen an und es werden zwangsläufig andere ebenfalls in Bewegung gesetzt.

- Sünde hat Konsequenzen – das ist für mich der Kern der Geschichte.

- Auch die Dinge, die vor keinem Gericht je verhandelt würden,
- Auch die Dinge, die kein Mensch außer uns weiß, haben Konsequenzen.

- Manchmal sofort und gleich, wenn mir mein schlechtes Gewissen die Freunde an etwas nimmt.
- Aber ich muss wissen, wenn es Gott gibt, dann sieht er alles. Alles, nicht das meiste, sondern alles.
- Das ist auch ein wenig erschreckend!
- Big Brother watching you.

- Vielleicht habe ich deshalb keine großen Probleme mit Kameras an öffentlichen Stellen?
- Weil mir der Gedanke nicht so neu ist.
- Weil ich weiß, es gibt an bestimmten Stellen keine öffentliche Sicherheit, ohne die Überwachung diese Plätze.
- Es gibt das eine ohne das andere nicht.

- Gott als, der der ein Auge auf mich hat. Der mich beschützt: Ja, das will ich. Aber der gleichzeitig auch alles sieht: Nein, das will ich nicht.

- Gott ist sicher ganz anders als wir uns das vorstellen können. Wir stellen uns Gott am Ende doch immer nur mit menschlichen Maßstäben vor.
- Das geht eben auch nicht anders, denn wir sind Menschen.

- Sollte Gott also ein bisschen so sein, wie wir uns das vorstellen, dann kann er nicht schützend einen Blick auf uns haben und an all den anderen Stellen wegschauen, zumal der Wechsel ja oft fließend ist.
- Gut, halten wir fest. Gott bemerkt auch die kleinste Sünde. Nicht im Sinne von: „Erwischt!“, sondern sie bleibt nicht unbemerkt.

- Sünde bleibt nicht unbestraft: 1.Mose 2,17
aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon isst, wirst du des Todes sterben.

Röm. 6, 23
Denn der Tod ist der Sünde Sold; ….aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm HERRN.

- Also gehen wir alle auf eine große, all umfassende Strafaktion zu?

- Ja und Nein.

- Ja, wenn die Bibel Recht hat, dann wird das so kommen. Das Urteil steht auch schon fest. Der Tod, der ewige Tod ist der Sünde Sold, der Sünde Lohn.

- Nein, du musst nicht voller Angst nach Hause gehen.
- Du musst nicht pippernd deinem Ende entgegen sehen.

- Schulden gehören bezahlt. Im Leben und in Ewigkeit.
- Alles was du Gott bieten könntest, taugt nicht um dich frei zu kaufen, dich zu entschulden, dich zu entschuldigen.

- Deshalb bezahlt Gott für dich an sich selbst.

- Gott bezahlt bei Gott.

- Widersinnig, unverständlich, scheinbar unlogisch.

- Aus unserer Sicht ist das völlig unlogisch.

- Ein Geschäftsmann, der Geld aus der einen Kasse, die ihm gehört nimmt und es in die andere Kasse, die ihm auch gehört, legt - geht über kurz oder lang bankrott.

- Gott ist aus Liebe zu dir, zu seinen Geschöpfen in diesem Sinne geschäftsuntüchtig.
- Aus Liebe zu dir richtet er sich, um bei dem Bild zu bleiben, geschäftlich zu Grunde.

- Jesus sein Sohn zahlt für deine Schuld an einem grob gehauenem Kreuz auf dem Hügel vor Jerusalem, auf Golgatha.

- Sünde hat noch immer Konsequenzen, aber du musst sie nicht mehr fürchten.

- Wenn, ja diese Einschränkung gibt es, wenn du zu Jesus gehörst.

- Wann gehörst du Jesus?

- Beispielgeschichte (zwei Stühle und einige Utensilien)

- Wenn du hinter diesem Stuhl stehst, gehörst du zu Jesus.

- Lass das nicht im Unklaren! Wenn du willst, wenn du das für dich selbst wieder einmal zur Bekräftigung deines eigenen Standpunktes brauchst, dann stell dich einfach hinter diesen Stuhl.

- Du kannst nach vorn kommen, dich dahinter stellen und wieder gehen oder auch noch einen Augenblick mit deinem Gott verweilen.

- Dieser Stuhl ist nur das Symbol, er markiert eine wichtige Stelle in deinem Leben. Der Stuhl selbst ist nichts als die Tischlerarbeit, die er auch schon zuvor war.