Mogo Sayda 2011

Bibeltext: Johannes 21, 1-14

Keine Ahnung was ihr alles so zu Ostern gemacht habt?!
Es ist ja gerade mal eine Woche her, ich vermute ihr könnt euch noch erinnern.

Ich war in meiner Heimatgemeinde in Marienberg zum Gottesdienst.
Nein, ich habe ihn nicht gehalten, sondern war einfach nur Besucher.
Der Kirchner fragt mich mit einem Lächeln auf den Lippen „Na heute mal in Zivil?“
Eine Antwort braucht es auf diese nette Begrüßung nicht.
Ostern, ist das wichtigste Fest für Christen.
Hier bei uns kann man das nicht so ganz nachvollziehen, denn schließlich kann man nirgendwo auf der Welt so Weihnachten feiern wie hier im Erzgebirge.
Die Vorbereitungen für Weihnachten übertreffen Ostern um Längen.
Dennoch ist Ostern das wichtigste Fest der Christen.

Warum? Weil es zwei freie Arbeitstage gibt? Schön!
Weil es gutes Essen gibt? Schadet nichts!
Weil der Frühling endlich angefangen hat? Haben wir Biker schon lange drauf gewartet.
Nun, warum?

Weil Gott den letzten Teil seines Planes zur Rettung der Menschen in Angriff genommen hat.

Zu Ostern feiern wir weder ein Frühlingsfest, noch den Osterhasen – der eh meist in der Pfanne landet, sondern wir feiern die Auferstehung von Jesus Christus.

Freilich, wer das nicht glaubt feiert irgendetwas anderes.

Ostern ist ein flexibler Feiertag, ist also nicht immer zum gleichen Tag im Kalender.

Ostern hat man einmal festgelegt und hat gesagt immer der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond soll Ostern sein.

Ostern war aber immer im Frühjahr, weil es ursprünglich mit dem jüdischen Passahfest zusammen fiel.

Doch nicht der Termin, nicht die verschieden Osterbräuche machen Ostern aus, sondern das Geschehen, damals beim ersten Ostern überhaupt.

In unserem Ostergottesdienst kommt regelmäßig ein Ausruf des Pfarrers vor, der meist nur spärlich beantwortet wird. Wir sind doch so schüchtern.
Der Pfarrer rief auch letzten Sonntag von der Kanzel herunter: „Der Herr ist auferstanden!“

Brüllend hätte die Gemeinde im Chor antworten sollen. Doch die Antwort war eher ein unsicheres Piepsen „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!“

Warum das so war?
nun vielleicht sind wir es einfach nicht gewohnt in einen Gottesdienst hineinzureden. Schade eigentlich!

Vielleicht liegt es auch an der etwas ältlichen Sprache.

Biker würden sich vermutlich eher zurufen: „Eh, hast schon gehört? Dr Jesus is auferstanden!“ und der andere würde antworten: „Na klar, hab ich schon gehört. Es is wirklich so!“

Dieser Ostergruß war einmal eine Vergewisserung.
Vielleicht liegt es daran, dass wir viel zu wenig über Jesus wissen.

Viele kommen aus einer DDR-Geschichte, wo das Wissen über Jesus kein Allgemeingut mehr war. Für mindestens 3 Generationen ist dieses Wissen ein verlorenes Wissen.

Das war Generationen zuvor normales Wissen. Du konnte man jeden fragen.

Heute ist es besser keine Straßenumfrage zu Ostern zu machen, wenn du nicht mit dem geballten Unwissen einer Nation in religiösen Fragen konfrontiert werden willst.

Für diesen Sonntag ist noch einmal eine Geschichte als Predigttext vorgeschlagen, der nach dem Ostergeschehen, also dem leeren Grab und Jesus begegnet erstmals einigen seiner Freunde.

Text: Johannes 21, 1-14

Ich finde diese Geschichte stark. Eigentlich müsste man mehrere Predigten darüber machen oder eine die locker 3 Stunden geht. Ich habe mich für Letzteres entschieden…
Nein, keine Angst!
Ich werde mir zwei, drei Punkte raussuchen.
Bei allem was wir jetzt bedenken, muss uns klar sein, es geht hier im Jesus, den man am Gründonnerstag verhaftet hat.
Man hat ihn befragt oder eher gefoltert. Die Rechtslage war mit unserer Zeit nicht vergleichbar.
Am Karfreitag wird er hingerichtet. Der Tod am Kreuz war kein Spaziergang und endete 100% tödlich.
Der Tod tritt durch ersticken ein. Um sicher zu sein, gaben die römischen Legionäre, denn nur die durften damals in Israel Todesurteile vollstrecken, den Verurteilten den Todesstoß. Mit einer Lanze in die Seite.
Ganz sicher, Jesus war tot.

Seine Freunde nehmen ihn dann vom Kreuz ab und beerdigen ihn.
Beerdigen ist wohl nicht das richtige Wort. Eher müsste man sagen: sie behölten ihn.
Klar, das Wort gibt es gar nicht, aber damals wurden Tode in Felsenhöhlen zur letzten Ruhe gebettet.
Davor kam dann noch ein Schwerer Stein, damit keine Assfresser an die Leiche konnten.

Zu Ostern gehen früh am Morgen zwei Frauen noch einmal zum Grab.
Das tun Menschen heute noch genauso. Man geht an das Grab des Toten um sich an ihn zu erinnern.
Die Frauen finden das Grab leer. Logisch der Stein war weggeschoben. Im Grab begegnet ihnen, na wir würden sagen ein Engel.
Der sagt ihnen was Fakt ist.
Jesus ist nicht mehr hier. Er ist von den Toten auferstanden.
Die Nachricht war damals wie heute unfassbar. Für die einen ein Bluff für die anderen eine gute Nachricht.
Für die Frauen war es eine unglaubliche gute Nachricht.
Sie gehen zu den Freunden von Jesus, die zusammenhocken und sich gegenseitig die Wunden lecken.
Nun machen sich die Männer auf, denn die Vermutung lag nahe, dass die Frauen übergeschnappt, eben etwas hysterisch seien.
Aber auch die Männer können am Ende nichts anderes sagen.
Andere Jünger/Freunde von Jesus sind auf den Weg nach Emaus.
Moralisch zerstört trotten sie vor sich hin.
Ein Mann kommt zu der kleinen Reisegesellschaft. Er spricht mit ihnen.
Sie erkennen schließlich Jesus. Als sie sich gerade darüber im Klaren werden, was sie erlebt haben, ist Jesus verschwunden.
Thomas einer der Jünger, kann das alles nicht glauben. Immer wieder sagt er: Ich kann das nicht glauben, es sei denn ich kann meine Finger in die Wunden von Jesus legen.
Thomas zweifelt. Das kann man doch verstehen.
Nach acht Tagen hocken die Jünger wieder zusammen. Alle Türen verschlossen.
Plötzlich steht Jesus im Raum. Thomas kann seine Finger in die Wunden von Jesus legen. Seine Zweifel sind weg.

Das alles klingt doch ein wenig nach Märchen. Klingt danach, dass die Leute damals alle ein bisschen durch den Wind waren. Eben ein bisschen verrückt. Die Brüder Ludolf mit ihrem Schrottplatz gehören zu meinen Lieblingssendungen.
Es gibt viele Gründe dafür. Die sind zwar meiner Meinung nach auch alle ein bisschen krank, aber in punkto Menschlicher, liebevoller Umgang kann man von denen etwas lernen.
Zudem sprechen die keinen Satz in dem grammatikalisch alles in Ordnung ist. Sehr symbatisch!
Und, Fremdwörter scheinen reine Glücksache zu sein.
Jedenfalls in einer der letzten Sendung hat Peter einen schönen Satz gesagt: „Wir sind doch alle ein bisschen verrückt, sonst wären wir nicht normal!“ Herrlich!
Sicher die Jünger von Jesus waren auch ein bisschen verrückt, sonst wären die nicht normal gewesen.
Die sind für mich glaubhafte Zeugen. Ich zweifle nicht an ihren Aussagen und Beschreibungen, auch wenn für einen aufgeklärten Mitteleuropäer hier nicht alles seinen normalen Gang geht.
Doch das hat Gott gar nicht nötig. Es muss nicht alles normal zugehen.

Nun diese Geschichte, die wir vorhin aus der Bibel gehört haben. Der Anfang ist wie ein Deschawü-Erlebnis.
Kennst du? So eine Situation von der du schwören könntest du hast die schon mal genau so geträumt, erlebt oder wie auch immer…
Die Jünger hocken nicht mehr als Gruppe, sondern gehen wieder ihren erlernten Berufen nach.
Petrus und seine Kumpels sind halt wieder Fischer.
Wie damals als ihnen vor Jahren Jesus das Erstmal begegnete haben sie nichts gefangen.
Ein Mann kommt ans Ufer und sagt: Werft euer Netz aus!
Wie damals regt sich keiner auf und geht den Dahergelaufenen an, um ihn seine Null-Ahnung vom Fischfang vorzuwerfen.
Sie machen es.
Und, wie damals haben sie Erfolg. Sie schaffen es nicht den Fang alleine an Land zu bringen.
Da fällt es einem der Jünger wieder wie Schuppen von den Augen und er stößt seinen Chef, den Petrus an und sagt, was wir schon lange vermuten: Es ist Jesus.
Und wieder können sie es nicht glauben. Die Geschichte muss wahr sein, denn diese Männer schreiben, oder lassen später aufschreiben was sie erlebt haben.
Sie hätten es in der Hand gehabt, die Geschichte so hinzubiegen, dass sie am Ende als clevere Jungs dastehen.
Sie bleiben bei der Wahrheit, lassen sich ziemlich dumm aussehen und machen die unglaubliche Geschichte dadurch noch glaubhafter.

Ein Kohlefeuer glüht vor sich am Ufer hin. Grillen am Strand war damals noch erlaubt.
Jesus hat einen Teil der Fische gegrillt. ER lädt sie ein. Sie essen mit ihm, aber getrauen sich nicht zu fragen, ob er wirklich Jesus ist. Man will sich ja nicht noch mehr blamieren.
Könnte das nicht nur ein Laiendarsteller von der Theatergruppe vom See Genezareth gewesen sein?
Kann ich mir nicht vorstellen. Es war gefährlich einen zu spielen, den die Römer hingerichtet hatten und von dem nun das Gerücht die Runde macht, das der noch lebe.

Jesus verteilt an die Umhersitzenden Fisch und Brot. Auch das hat er schon einmal mit vielen tausend Leuten getan.
Vielleicht hast du bemerkt, dass mich diese Geschichte fasziniert?
Nun bleibt die Frage, was hat die Geschichte mit dir gemacht?
Diese Geschichte fordert dich heraus erstmals oder wieder einmal zu durchdenken, wer Jesus für dich ist.

Für mich bleibt nur der Schluss. Er ist der, der er vorgegeben hat zu sein.
ER ist der Sohn Gottes. Ein Teil von Gott. Nie war Gott den Menschen näher.
Der Tod war bis dahin das Letzte. Schlussstrich. Ende. Aus.
Seit dem ist er Tür.
Jesus selbst hat einmal gesagt: Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden;…".

Text Joh.10,9

Vorher konnte man diesen Satz eigentlich gar nicht verstehen.
Jesus macht aus der Mauer des Todes, eine Tür zum Leben.

Was finde ich stark an dieser Beschreibung des Geschehens?
Die Geschichte an sich finde ich faszinierend. Wenn sie so nicht passiert wäre, müsste man sie erfinden.

Ich finde stark, dass der Auferstandene Jesus, nicht einen ganz heiligen Ort aufsucht, sondern in den Alltag der Leute geht.
Er ist als Wanderer unterwegs.
Er ist bei den Fischern am See.
Und er sitzt mit ihnen am Feuer und isst mit ihnen.

Der Gott der Bibel, Jesus Christus ist im besten Sinne ein alltäglicher Gott. Nichts Menschliches ist ihm fremd. Er ist ein Gott mit dem man leben kann.

Ein Lebensfremder kann meine Sorgen und Probleme nicht verstehen.
Jemand der mich sehr genau kennt, ist mir eine Hilfe wenn es mir dreckig geht.
Er machte dem zweifelnden Thomas keine Vorwürfe. Warum glaubst du nicht? Unkompliziert hält er ihm die Hände hin. Thomas kann die Wunden fühlen.

Ich finde stark, dass in all den Geschichten nie viel Zeit bleibt, um einen riesigen Dankgottesdienst abzuziehen.
Jesus macht keine Show aus dem Geschehen.
Es wird deutlich, es geht nicht um ihn, sondern um die Rettungsaktion Gottes für uns.

Das alles ist nun wirklich ein Grund um Ostern zu feiern.
Jesus hält dir die Tür zum Leben offen.
Ob du diese Tür benutzt liegt einzig und allein an dir.
Du musst dich entscheiden, ob du weiter an allen möglichen anderen verschlossenen Türen rütteln und mit den Fäusten dagegen hauen willst und sie dennoch verschlossen bleiben.
Ich kenne viele Menschen, die glaubten, dass diese Entscheidung noch Zeit hat.
Die Saison 2011 ist schon voll im Gange. Das schöne Wetter hat uns einen frühen Start ermöglicht.
Leider gab es auch schon zu viele tote Motorradfahrer in diesen wenigen Wochen.
Ich hoffe, sie hatten diese Entscheidung bis dahin getroffen.
Ich wünsche dir den Mut diese Entscheidung nicht länger zu verschieben.
Ich halte dein Glücksbringer, den du mit dir vielleicht herumfährst, für hoffnungslos überfordert.
Erstaunlich woran wir Menschen glauben können. Das meiste davon halte ich für totalen Humbug.
Du bist eingeladen an den Herrn über Leben und Tod zu glauben.
Seine Macht, sein Einfluss endet nicht beim Begräbnis.
Dieser Mogo ist keine Veranstaltung um unfallfrei durch die Saison zu kommen.
Jeder Mogo ist eine Weichenstellung für dein Leben – nicht weniger.
Amen!

Roberto Jahn, MoGo in Sayda 2011