MogoPredigt 16.05.2021 Rätzteich

Predigt zum Mogo Rätzteich 16.05.2021



Predigttext: Joh. 7, 37-39


Erinnert ihr euch noch an die politischen Festtage in der DDR?
Zum Beispiel der 1. Mai. Heute meist ein Tag der Randale besonders in Berlin, damals vor 32 Jahren, ein Tag für inhaltslose politische Reden. Beides war oder ist ziemlich sinnlos.


Damals wurden Phrasen gedroschen. Kaum einer hörte wirklich zu, alle warteten darauf, dass man die Bockwurst, das Glas Bier oder 5 Mark erhielt.

An diesen Tagen hielten all die großen und kleinen Ostparteichefs der SED ihre Reden. Noch heute lachen die, die sich daran erinnern darüber.

Vor 2000 Jahren war Jesus auf dem Fest. Dem Laubhüttenfest. Ein Fest, dass an die Befreiung des Volkes Israel aus ägyptischer Gefangenschaft erinnerte.

Nach der Befreiung wanderte man 40 Jahre durch die Wüste, bis man endlich in das heutige Israel kam. In dieser Zeit wohnte man folglich in Zelten, Hütten aus Palmzweigen, deshalb heißt das Fest bis heute Laubhüttenfest. 7 Tage feiert man dieses Fest.

Es ist eines der großen, bedeutenden jüdischen Feste in Israel.

Wer konnte, pilgerte zu diesem Fest nach Jerusalem, zum Tempel.

Jesus ist mit seinen Freunden und Jüngern auf diesem Fest in Jerusalem, am Tempel und er lehrt die Leute.

Mit unserem Predigttext steigen wir am Ende einer seiner Unterrichtsstunden, seiner Vorlesung ein.

37 Aber am letzten, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! 38 Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen. 39 Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.

Wie bringt man einen Ostfriesen zum Bellen??? Na ganz einfach. Einer ruft: „Da hinten gibt es Freibier!“ Darauf der Ostfriese: „Wo wo wo wo ???“

Naja, fiel mir so ein als ich las, dass Jesus rief: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke!“

Vielleicht hast du ja auch gedacht: Was für ein Käse?! Was soll das für einen Sinn haben?

Jesus hatte doch keine Bar aufgebaut und konnte Freibier ausgeben, vermutlich noch nicht einmal Wasser.

Was also soll das bedeuten?

Hattes du schon mal richtigen Durst?

Hier auf dem Platz stehen ein paar Leute, die hatten mir gemeinsam schon mal richtigen Durst. Nachdem bei einer USA-Tour im Tal des Todes, am heißesten Punkt der Erde, ein Motorrad den Geist aufgab, wir stundenlang repariert hatten und dann endlich ohne dem Motorrad aus dem Tal rauswaren, konnten wir endlich unseren Durst stillen.

Wir tranken gierig, freuten uns über jeden Tropfen, der über den Mund hinauslief auf die Kleidung und für Sekunden eine Abkühlung brachte.

Das war richtiger Durst. Wir hätten getrunken, was trinkbar gewesen wäre.

Es gibt aber nicht nur Durst, weil der Körper nicht mehr genug Feuchtigkeit hat.

Wir kennen den Durst nach Liebe, nach Anerkennung, den Durst nach Leben.

Wir selbst versuchen diesen Durst zu stillen. Machen wir uns nichts vor, auch das Motorradfahren ist für viele frisches Wasser auf ihre ausgedörrten Seelen, ist ein Durststillen.

So manche schnelle Beziehung ist nichts anderes als das Stillen des Durstes nach Liebe.

So manche Kariere ist nichts anderes, als der Versuch den Durst nach Anerkennung zu stillen.

Manches Abenteuer, manches absichtliche Begeben in eine Gefahr ist keine Wissensdurst, kein Heldenmut, sondern der Durst nach Leben, dass mehr sein muss als die Arbeit, eine Runde Motorradfahren, eine eingeschlafene Beziehung und langweilige Predigten.

Die derzeitige Situation, die nun schon abzüglich einer Sommerpause 2020 über ein Jahr geht, wird das alles noch verschärfen.

Wenn dann wieder möglich ist, was wir alle irgendwie vermissen, werden wir über die Strenge schlagen. Maß halten wird dann schwer fallen.

Ich vermute Jesus bietet keinen Krug mit Wasser an. Seine Zuhörer damals verstanden vielleicht leichter als wir die Hintergründigkeit.

Entschuldigt, wenn ich eure Gedanken noch mal auf die DDR-Zeit lenke, die für mich nichts zu Verherrlichendes hat.

Erinnert ihr euch noch an die Witze, an die Spitzen in den Kabaretts, die von hinten durch die Brust direkt ins Auge der politisch Verantwortlichen gingen, ohne sie auch nur annähernd zu benennen.

Treffen sich drei Hunde…

aus der glorreichen Sowjetunion,

der tapferen Volksrepublik Polen und, na ja, aus der DDR.

Sofort fängt der Sowjethund an zu schwärmen: "Also bei uns läuft jetzt alles nur noch bestens, noch bestenser als je zuvor, Briderchen. Seit diesem Gorbatschow, also ich sag nur, Perestroika, Glasnost und so, alles gut, auch für uns einfache Hunde. Wir brauchen nur noch bellen, schon kriegen wir ein Stick Fleisch." Der polnische Hund kriegt große Augen: "Bittescheen, was ist 'Fleisch' ?" Der DDR-Hund dreht sich links um, schaut, schaut nach rechts, noch einmal nach links und flüstert: "Bitte, was ist 'Bellen'?"

Unsere Ohren und Gehirne waren geschult, niemand musste uns damals den Witz erklären. Heute sieht es schon anders aus.

Die Zuhörer von Jesus wussten sofort, dass es um mehr als den Durst nach Wasser, Bier oder Wein ging.

Wonach dürstet es dich? Was hast du schon alles versucht, um deinen Durst zu stillen? Hast du schon mit irgendeiner Methode Erfolg gehabt oder hattest du danach immer wieder Durst oder sogar noch mehr Durst, gerade so als ob du Salzwasser getrunken hättest?

Was Jesus dir anbietet, lässt sich materiell nicht erfassen.

Ich kann es dir auch nicht wirklich beschreiben. Es ist einzig erlebbar.

Jesus spricht davon, dass nicht nur dein Durst gestillt ist, sondern dass du für andere zur Quelle mit frischem Wasser werden kannst.

Ströme lebendigen Wasser werden von dir ausgehen. Keine abgestandene Brühe wie aus einer Zisterne.

Letztes Wochenende hat unser mittlerer Sohn geheiratet. Zukünftig wird er in Hessen wohnen, deshalb fand die Feier auch dort statt. Bei der standesamtlichen Trauung waren wir auf einer alten Burg, dort im, vom Kerzen erhellten Kellergewölbe gaben sich die jungen Leute das „Ja-Wort“ zuvor gab es eine kleine Geschichte der Burg. Die Burg hat nach Angabe der greisen Führerin den tiefsten gemauerten Brunnen. Nie gelang es Feinden die Burg einzunehmen. Bis auf einmal, da war eine Leiche in den Brunnen geworfen wurden und machte das Wasser unbrauchbar.

Es brachte Krankheit und den Tod. So wie viele unsere hilflosen Versuche den Lebensdurst zu stillen, die im ersten Moment gut schmecken, aber am Ende nichts als Verderben bringen.

Deshalb hör die Einladung von Jesus. Er will und kann deinen Durst stillen.

Du kannst es aber nur erleben. Es nützt nichts, wenn du vor der Quelle stehst, voller Durst, aber nicht trinkst, weil du lieber Bier, Cola oder Whisky hättest als das Quellwasser.

Jesus wird dich nicht so lassen, wie du bist. Eine Verwandlung wird stattfinden.

Derzeit kannst du dir nicht vorstellen, wie du zu lebendigen Quelle für andere Menschen werden kannst.

Aus eigener Kraft wird das auch immer nur eine zeitlich begrenzte Möglichkeit sein.

Jesus macht dich zu einer nie versiegenden Quelle.

Nicht aus eigener Kraft? Wie dann?

Jesus verspricht noch mehr. Er verspricht seinen Freunden, Nachfolgern, den Christen den Heiligen Geist. Bald feiern wir Pfingsten.

Es sind die Feiertage, die uns daran erinnern sollen, wie der Geist Gottes für alle erstmals erlebbar unter den Jüngern wirkte.

Verrückte Sachen waren plötzlich möglich. So konnten beim ersten Pfingstfest in Jerusalem, die vielen Touristen die Predigt des Petrus verstehen, obwohl der sie in nur einer Sprache hielt.

Gottes Geist ermöglicht immer wieder, bis heute Dinge, die nicht verständlich, nicht verstandesmäßig erklärbar sind.

Dieser Geist macht aus Brunnen lebendige nicht versiegende Quellen.

Das hört sich unglaublich an?

Ich kann das gut verstehen, wenn du so denkst.

Ein letztes Mal will ich heute versuchen, das Eis zu brechen.

Sicher kennst du ein, zwei, vielleicht so gar einige Leute hier auf dem Platz.

Sicher kennst du darunter auch Christen, ich hoffe jedenfalls, dass die Christen unter uns so erkennbar leben!

Dann schau dir die Leute an. Erwarte nicht, dass sie perfekt sind, aber schau sie dir an und prüfe, ob sie dir verrückt vorkommen, ob sie dir vorkommen, als ob sie in einem Märchen leben würden?!

Was stellst du fest?

Sie sind ganz normal.

Das biete Jesus dir an. Ganz normal sein, im Sinne von: So sein, wie du von deinem Schöpfer erdacht bist. So zu leben ist ein Leben mit einen bezähmbaren, stillbaren Durst.

Du hast die dann die Quelle. Du bist ein Teil der Quelle. Deshalb sage ich es mit den Worten die Jesus seinen Zuhörern immer wieder sagte: „Komm und folge mir nach!“ – um es deutlich zu sagen: Nicht mir, nicht dem CMS. Folge Jesus nach.

Ich habe das nie bereut. Du wirst es auch nicht. AMEN

Roberto Jahn