Mogo Predigt 04.10.2020 Geringswalde

Predigt zum Mogo Geringswalde 04.10.2020

Thema: Jahreslosung

Predigttext: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Markus 9, 24


Axel Kühner erzählt in seinem Buch „Voller Hoffnung“ – also „Voller Hoffnung“,
so heißt das Buch – Axel Kühner erzählt also in seinem Buch eine Geschichte,
wahrscheinlich eine Legende.



Diese handelt von einem alten Juden aus Krakau – dem Eisik Jekel.

Eisik hatte in seinem Leben viel Schweres durchgemacht, wurde aber darüber
nicht verbittert. Vielmehr hatte er sich ein kindliches Vertrauen auf Gottes Güte
in seinem Herzen bewahrt.

Er war mittlerweile alt geworden und war auch sehr arm.

Allerdings lebte in seinem Herzen eine unverminderte Sehnsucht, einmal etwas
Großes für seinen Gott tun zu können.

Eines Nachts träumte er, dass Gott ihm befiehlt, er soll nach Prag wandern.
Dort an der Brücke zum königlichen Schloss würde er einen Schatz finden.

Eisik wacht auf, bindet sich seine zerfetzten Sandalen unter die Füße, wirft sich
den alten Mantel über seine Schultern und wandert den weiten Weg nach Prag.

Dort sucht er umgehend die Brücke zum königlichen Schloss und tatsächlich, er
findet sie, allerdings ist sie schwer bewacht.

Jeden Morgen zieht die Wache auf und trotzdem streift Eisik Jekel jeden Tag
um die Brücke herum und hält Augen und Ohren offen.

In seiner Glaubenseinfalt sucht er den Schatz und wartet gehorsam.

Nach einigen Tagen fällt dem Hauptmann der Wache der alte Jude auf und er
spricht Eisik an: „Suchst du etwas? Bist du mit jemand verabredet?“ fragt ihn
der Hauptmann.

Da erzählt Eisik ihm seinen Traum.

Der Hauptmann lacht lauthals los und nennt Eisik einen Narren:
„Träume sind Schäume. Du bist ein Dummkopf.“ Lästert der Hauptmann.

„Dann müsste ich ja auch so töricht sein und losgehen, denn ich hab vor Jahren
geträumt, ich soll nach Krakau wandern und dort bei einem alten Juden, der
Eisik Jekel heißt, unter dem Ofen nach einem Schatz graben. Nein, das wäre ja
pure Dummheit.“

Eisik verbeugt sich, nimmt seinen Mantel, wandert nach Hause, gräbt unter
seinem Ofen und tatsächlich, er findet einen großen Schatz.

In seiner Freude baut er für Gott ein wunderschönes Bethaus und erfüllt sich
damit seinen Traum, einmal etwas Großes für seinen Gott zu tun.

Ende der Erzählung.

Glaube und Unglaube geben sich in dieser Geschichte die Hand.

Klar, diese Geschichte steht natürlich nicht in der Bibel, aber sie verdeutlicht
uns gut, welche Auswirkung ein fester, ja ein kindlicher Glaube haben kann.

In welchem Zusammenhang steht aber nun die Jahreslosung „Ich glaube, hilf
meinem Unglauben!“ in der Bibel?

Es ist auch eine Geschichte, aber eine, die mit Sicherheit passiert ist. Sie wird
unabhängig voneinander von 3 Personen in der Bibel berichtet und
aufgeschrieben.

Der erste ist Matthäus, ein Jünger bzw. Schüler von Jesus, der diese
Begebenheit persönlich miterlebt hat.

Der zweite ist Lukas, wahrscheinlich ein Arzt und sehr enger Freund vom
Apostel und Wanderprediger Paulus. Er schrieb die Geschichten von und um
Jesus im Jahr 60/61 nach Chr. auf und hat sie von Zeitzeugen erfahren.

Und der dritte ist Markus, also richtiger ist Johannes Markus, ein enger und
junger Weggefährte und Freund des Petrus, der wiederum auch ein Jünger, ein
Schüler von Jesus war und die Geschichte persönlich miterlebt hat.

Was ist denn nun der Bericht in der Bibel um diesen Vers mit dem Glauben und
Unglauben?

Ich will dir die Geschichte mit meinen eigenen Worten erzählen:

Ein Mann will seinen von einem bösen Geist geschunden Sohn zu Jesus bringen
und ihn bitten, dass er seinen Sohn heilt.

Der Mann erfährt wahrscheinlich von Bekannten oder Verwandten, dass einer
mit Namen Jesus mit seinen Jüngern, seinen Schülern durch das Gebiet von
Galiläa zieht, das ist das Gebiet westlich vom See Genezareth.

Zum einen predigt dieser Jesus immer wieder und zum anderen heilt er viele
Kranke.

Wahrscheinlich erfährt unser Mann, dass Jesus im Moment ganz in seiner Nähe
unterwegs ist.

Er zögert nicht lange, nimmt seinen Sohn und geht los.

Er will zu Jesus persönlich und seinen Sohn heilen lassen.

Das wird nun leider nichts, weil Jesus gerade mit 3 seiner Schüler auf einem
Berg unterwegs ist und dort eine besondere Begegnung mit Gott, seinem Vater
hat.

Als Jesus mit den 3 Jüngern wieder vom Berg herunterkommt, treffen sie auf
eine ziemlich aufgeregte Menge.

Was ist passiert?

Der Mann kam mit seinem Sohn an und nur die 9 zurückgebliebenen Jünger
bzw. Schüler von Jesus waren da.

Nun ja, es sind ja Schüler von Jesus und die sollten mit der Zeit ja auch mal
etwas vom Meister gelernt haben und so bat der Mann die Jünger, seinen Sohn
zu heilen und den bösen Geist auszutreiben.

Da wurde leider nichts draus, die Schüler konnten es nicht. Sie hatten
wahrscheinlich im Unterricht nicht richtig aufgepasst.

Da wurde sicher unter den Zaungästen mächtig gelästert und gelacht und die
ganz gescheiten Schriftgelehrten trieben mit Sicherheit ihren Spott.

Jedenfalls war die Menge ziemlich aufgewühlt als Jesus mit den 3 Schülern vom
Berg kam. Die Leute liefen Jesus sofort entgegen.

Was ist los, will Jesus wissen.

Da ergriff der Vater des kranken Sohnes das Wort und erzählte Jesus wie es
seinem Sohn geht und dass die Jünger ihn nicht heilen konnten.

Erst mal ärgerte sich Jesus über seine Schüler und nannte sie „Ungläubige“ und
wie lange er sie wohl noch ertragen muss.

Dann aber will er den Jungen persönlich sehen.

Jesus erlebt mit, wie das Kind von dem bösen Geist drangsaliert geschüttelt
und zu Boden geworfen wird.

Da erzählt ihm der Vater, dass sein Sohn das seit der frühsten Kindheit hat und
berichtet über die gefährlichen Situationen und dass sein Sohn auch schon fast
umgekommen wäre.

„Tu etwas, wenn du kannst!“ sagt der Vater sicher ziemlich emotional zu Jesus.

„Was soll das heißen, wenn ich kann?“ fragt Jesus zurück  – „Alles ist möglich
für den, der glaubt!“

Und da kommt unser heutiger Bibelvers, der Spruch der Jahreslosung dem
Mann und Vater über die Lippen:

„Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ oder anders übersetzt, „Ich glaube!
Aber hilf mir, dass ich nicht zweifle!“

Da befahl Jesus dem bösen Geist, aus dem Jungen auszufahren und nie wieder
zurückzukehren. Der tobte noch mal richtig und verschwand.

Als das Kind wie tot vor Jesus lag, nahm er die Hand von dem Jungen und half
ihm aufzustehen.

Matthäus, der diese Geschichte miterlebt und aufgeschrieben hat, berichtet im
Kapitel 17 Vers 20, dass Jesus nach dieser Begebenheit auf die Frage seiner
Schüler, warum sie das nicht geschafft haben, geantwortet hat: „Wenn ihr nur
Glauben so groß wie ein Senfkorn hättet, so könntet ihr den Berg da
versetzen. Nichts wäre euch unmöglich.“


Nun gibt es in beiden Geschichten, in der vom Anfang, vom alten Eisik und in
der gerade von mir erzählten aus der Bibel, verschiedene Menschen und
Rollen.

In welcher Rolle hast du dich da wiedergefunden?

Lebst du wie der alte Jude Eisik Jekel oder wie der Hauptmann auf der Brücke in
Prag?

Oder findest du dich in der Rolle des Vaters, der nur eins will, dass sein Sohn
geheilt wird?

Oder siehst du dich in der Rolle der Jünger von Jesus, in der Rolle seiner
Schüler, die gerne helfen wollten aber nicht konnten?

Was ist dein Problem?

Glaubst du gar nicht an Jesus, an Gott? Kannst einfach nicht glauben und
lächelst nur, wie der Hauptmann auf der Brücke?

Oder, willst du gerne helfen, es geht aber nicht, weil dein Glaube zu schwach
ist – so wie der Glaube der Jünger?

Oder, ringst du um den Glauben und bittest und bettelst Jesus an, dass er dir
deine Zweifel nimmt – wie der Mann, der Vater es in unserem Jahreslosungs-
Vers sagt?

Oder glaubst du ganz fest und kindlich an Jesus, an Gott, wie der alte Jude
Eisik?

Wenn du ganz fest und kindlich an Gott, an Jesus glaubst, dann hast du sicher
bereits viele Wunder erlebt.

Und du wirst von diesen Wundern in deinem Leben anderen berichten und
sollst damit Menschen Mut machen.

Wir sollen und können nicht schweigen von dem was wir gehört, gesehen und
mit Jesus erlebt haben. Das ist dein und mein Auftrag!

Oder glaubst du ganz fest, aber die Zweifel plagen dich? Du erlebst, dass Gott
dein Gebet, deine Fürbitten für kranke, alte und verzweifelte Menschen, für
deine Kinder oder deine Eltern oder deinen Partner nicht hört, dass Gott nicht
antwortet, dass eben einfach nichts passiert, so wie bei den Jüngern.

Dann kann ich dir nur Mut machen, hab Geduld, sprich mit Jesus immer wieder
drüber, klage ihm deine Zweifel und trenne dich von dem Gedanken, dass du
etwas machen musst. Wenn jemand etwas tun kann, dann nur Jesus!

Die Jünger mussten noch einen langen Weg mit Jesus gehen, bevor sie das
erkannt haben.

Nicht du oder ich, also „Wir schaffen das“. Trenne dich von diesem Gedanken.
Wenn jemand das schafft, dann Jesus durch uns!

Oder bist du ein Mensch, der zwar gerne an Jesus glauben will, aber immer
wieder in Zweifel versinkt? Du möchtest fest glauben, dass Jesus deinen
Körper und auch deine Seele heilen kann, dass er dich heilt, wenn du an einer
Krankheit sichtbar oder auch unsichtbar leidest.

Dann mach es doch wie der Mann, der Vater, der seinen Sohn an die Hand
genommen oder sogar getragen hat und hat ihn zu Jesus gebracht.

imm dich selber an die Hand, mach dich auf die Socken, geh zu einem
Menschen, der fest im Glauben mit Jesus verbunden ist.

Die Bibel berichtet von vielen Beispielen, wo Menschen in ihrer Krankheit laut
nach Jesus gerufen oder ihn regelrecht angebettelt haben, dass er sie heilt.

Der Glaube dieser Menschen wurde deutlich, indem sie losgegangen sind, laut
nach Jesus gerufen haben oder durch Verwandte oder Freunde Jesus vor die
Füße gelegt wurden.

Mir selbst ist es schon häufig passiert, dass ich einen Kranken angesprochen
und ihn gefragt habe: „Darf ich für dich beten?“

Oft kam dann die Antwort: „Na schaden kann das ja nicht.“

Das ist einfach zu wenig, das hat nichts mit Glauben zu tun.

Dein Glaube treibt dich zur eigenen Aktion, du musst selbst losgehen, Jesus
entgegen, zu ihm hin.

Schon, dass du diesen Weg gehst, zeigt, dass du glaubst. Der Zweifel wird dich
immer wieder einbremsen - ja. Dann sprich deine Zweifel aus und schmeiß sie
Jesus vor die Füße – du wirst Wunder erleben.

Nun spreche ich dich noch an, der du gar nicht glaubst und über diesen Unsinn
des Glaubens lachst, wie der Hauptmann in Prag.

Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem du das bitter bereuen wirst.

Spätestens als der Hauptmann vom Bau des Gebetshauses in Krakau und dem
Schatz vom alten Eisik erfahren hat, wird er sich in den Hintern gebissen haben.

Das half aber nichts mehr, es war einfach zu spät.

Bei der Entscheidung für oder gegen Jesus geht es allerdings nicht um den
Schatz unter dem Ofen. Hier geht es um Leben oder Tod.

Hier geht es um ein Leben bei Gott in Ewigkeit – das ist der Schatz, der Himmel

oder ein Leben ewig fern von Gott, ohne Gott – das ist die Hölle!

Willst du, dass es für dich einmal zu spät ist? Ich wünsche dir das keinesfalls!

Jesus hält dir heute seine Hand hin und sagt zu dir:

„Komm, ich heile dich an Leib und Seele. Glaub mir doch und um deine
Zweifel, da kümmere ich mich.“


  Amen.


Stefan Markus