Mogo Predigt 23.05.2020 Klingenthal-Mühlleiten

Mogopredigt 23.05.2020 Klingenthal-Mühlleiten

Predigt: Psalm 66,20
Thema:
„Not lehrt beten“
„Not lehrt beten“
Ich bin mir sicher, in den letzten Wochen und Monaten ist mehr gebetet worden als in der Zeit davor - Corona machts möglich!

Das hat mich veranlasst, heute zu euch über das Gebet zu sprechen.
Es ist gewissermaßen die Fortsetzung des Mogos vom letzten Sonntag in Marienberg.

Wer dabei war weiß, dass Roberto über das Beten und das Vaterunser gesprochen hat.

Die ganze vergangene Woche stand unter diesem Thema

dazu steht in diesem Losungsbüchlein, das sehr viele Christen weltweit nutzen, ein Bibelspruch für die heute zu Ende gehende Woche.

Diesen habe ich für meine Predigt ausgewählt.

Er steht so ziemlich genau in der Mitte der Bibel nämlich in Psalm 66, und dort ist es der letzte Vers, der Vers 20.

Ich lese aus der Übersetzung „Neues Leben – Die Bibel“:

"Lobt Gott, der mein Gebet ernst nimmt und mir seine Gnade nicht entzogen hat."

Also, dieser Vers steht im Liederbuch, den Psalmen, mitten in der Bibel.

Ein ganz bekannter Dichter von Psalmen, also Liedern, war der große König David.

Viele dieser Psalmen sind 2.500 – fast 3.000 Jahre alt und haben nichts an Aktualität verloren.

Unser Vers steht am Ende eines Psalms, in dem es fast ausschließlich darum geht, die Größe und Allmacht Gottes zu loben.

Ich habe mir nun 3 Fragen im Blick auf unseren Vers und den gesamten Lied-Text davor, gestellt.

1. Was ist dem Dichter des Liedes, dieses Psalms passiert?

2. Was ist mir ganz persönlich passiert?

3. Betest du?


Zur 1. Frage: Was ist dem Dichter des Liedes, dieses Psalms passiert?

Das Lied, also der komplette Psalm hat 20 Verse oder Strophen.

Die will ich mit betrachten, damit du den letzten von mir gelesenen Vers besser verstehen kannst.

Also, in den ersten 9 Versen lobt der Schreiber Gott in den höchsten Tönen.

Da heißt es zum Beispiel:

„Lobt Gott mit lautem Jubel“ – und – „Singt zur Ehre seines Namens und lobt ihn auf herrliche Weise.“

Oder – „Wie wunderbar sind deine Werke“ – und – „Alles auf Erden wird dich anbeten“

Und weiter – „Die ganze Welt soll unsern Gott preisen und ihn mit lauter Stimme loben.“

Die Überschwänglichkeit ist förmlich zu spüren – dem muss es ja richtig gut gehen, wirst du denken.

Doch plötzlich schwenkt die Situation für ganze 3 kurze Verse total um.

Plötzlich wird der Dichter ganz ehrlich und berichtet von dem Drama, das passiert ist.

„Gott, du hast uns auch geprüft…du hast uns eine drückende Last auferlegt. Du hast unseren Feinden erlaubt, uns zu Boden zu trampeln. Durch Feuer und Flut mussten wir gehen,“

Da steckte der Verfasser und seine Freunde, oder sogar ein ganzes Volk, tatsächlich so richtig im Schlamassel.

Durch Flut, durch Hochwasser-Katastrophen mussten wir auch schon durch. Heute ist Corona angesagt!

Da muss plötzlich die ganze Welt durch

„Not lehrt beten!“

Sei ehrlich zu dir, hast du in dieser Corona-Zeit auch schon wieder mal oder überhaupt einmal ein Gebet versucht?

Es ist keine Schande, im Gegenteil, es ist gut so!

Und es ist Fakt, unser Psalm-Verfasser hat gebetet und dabei sogar einen Deal mit Gott gemacht.

Er hat Gott versprochen, wenn er ihn und seine Freunde, womöglich das ganze Volk um ihn rum aus dem Schlamassel rettet, will er seine besten Tiere, Widder, also Schafe, Stiere und Ziegen Gott opfern.

Also hier habe ich überlegt, was wohl heute so ein Opfer wäre.

Da müsstest du und ich wahrscheinlich nicht das S 50 oder die Schwalbe im Schuppen Gott anbieten, sondern deine GS oder Ninja oder R1 oder Z1000 oder sogar deine Harley.

Aber die Motorräder nicht verkaufen, nein, verschenken, opfern.

Und der Schreiber macht das wirklich!

Gott hat sein Gebet erhört und er schreibt: „Jetzt komme ich mit Brandopfern in deinen Tempel, um meine Versprechen einzulösen, die ich vor dir abgelegt habe…als ich in größter Not war.“

Hammer, der macht das wirklich! Er nimmt seine Viecher und opfert die tatsächlich Gott!

Und gleich anschließend trauert er nicht mal um seine Stiere und Ziegen, sondern gerät wieder ins Jubeln:

„Kommt alle her und hört mir zu…ich will euch erzählen, was Gott für mich getan hat. Denn ich rief zu ihm um Hilfe…und Gott hat mich erhört!“

Und jetzt kommt der Vers 20: „Lobt Gott, der mein Gebet ernst nimmt und mir seine Gnade nicht entzogen hat.“

Also kurz zusammengefasst zur Frage „Was ist dem Verfasser passiert?“

Er erzählt uns mit diesem Psalm seine Geschichte.

Zuerst lobt er Gott 9 Strophen lang, dann kommt er endlich auf den Punkt und erzählt uns von seiner Notlage, seinem Schlamassel.

Er berichtet uns, dass er zu Gott betet ihn regelrecht anfleht und mit Gott sogar einen Deal macht.

Gott hilft und der Mann löst sein Versprechen ein und lobt anschließend Gott wieder in den höchsten Tönen.


2. Was ist mir ganz persönlich passiert?

Ich erzähle meine Geschichte nicht zum ersten Mal, deshalb seht es mir nach, wenn ihr sie bereits kennt.

Sie ist erst vor einem knappen halben Jahrhundert, also sehr aktuell passiert und hat mein Leben grundlegend verändert.

Ich bin in einem sehr gläubigen Elternhaus aufgewachsen und lernte bereits als Kind die Grundlagen des Glaubens.

Das hatte aber nicht zur Folge, dass ich ein artiger und frommer Jugendlicher geworden bin.

Ich war schon sehr engagiert in Gemeinde, Jugend- und Musik-Arbeit.

Aber ich war auch auf der anderen Seite sehr aktiv, veranstaltete mit Freunden Discotheken, Partys würde man heute wahrscheinlich sagen.

Mit welcher Truppe ich nun gerade unterwegs war, dazu setzte ich immer das passende Gesicht auf.

Mit der Zeit wurde mir aber immer klarer, das geht nicht so weiter, ich muss mich entscheiden.

Ich war also damals 16 Jahre alt und absolvierte eine Lehre als Kfz.-Schlosser in einer privaten Kfz.-Werkstatt. Wir reparierten Motorräder und Barkas B1000.

Mein Lehrmeister war sehr streng mit mir und ich heulte mich nicht nur einmal zu Hause bei meiner Mutter aus.

Mein Perfektionismus trieb mich an, immer alles besonders gut zu machen.

Eines Tages, ich war noch im ersten Lehrjahr, bekam ich eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.

Wir bauten in unserer Werkstatt von Grund auf neue Fahrzeuge auf. Das bedeutet, wir schweißten aus Neuteilen komplette Karosserien zusammen, lackierten diese und bauten dann mit möglichst vielen neuen Teilen - was nur selten gelang – einen komplett neuen B 1000 auf.

Also, meine Aufgabe war, in die Reparaturgrube zu klettern und mit Schneidbohrern die Gewindeböcke für die 4 Achsbefestigungen im Rahmen nachzuschneiden.

Ich wusste genau, wie man Gewinde nachschneidet, bekam aber trotzdem nochmals eine doppelte und dreifache Unterweisung mit dem deutlichen Hinweis auf das zu verwendende Öl und die Vor- und Zurück-Technik usw.

Sehr deutlich wurde mir vor Augen geführt, welche unsagbaren Konsequenzen es für mich hat, sollte ich den Bohrer abbrechen.

Ich machte mich also, meiner Sache sehr sicher, aber mit der nötigen Vorsicht und unter Einhaltung aller gelernter Abläufe und Vorsichtsmaßnahmen an die Arbeit.

Ein Gewinde, zwei, drei, beim vierten Gewindeloch 12x1,75, ich hatte den Schneidbohrer schon fast komplett eingedreht, gab es dann einen mächtigen Knall – und ihr ahnt es schon, der Bohrer war bündig abgebrochen.

Die gesamte Werkstatt hatte es gehört und ein kaum zu ertragendes Donnerwetter brach über mich herein.

Schlimme Worte bekam ich zu hören und Androhungen, was mit mir passieren wird und dass ich zusehen soll, wie ich das wieder in Ordnung bringe.

Völlige Ratlosigkeit und Angst machte sich in mir breit. Ich traute mich nicht aus der Reparaturgrube nach oben, die Gefahr, dass ich eine geschossen bekomme, lag in der Luft.

In meiner Verzweiflung nahm ich einen Metalldorn und einen Hammer und versuchte durch leichtes Schlagen an eine kleine Kante des abgebrochenen Bohrers, diesen zurückzudrehen. Dabei platzte diese kleine Kante auch noch ab.

Ich hatte also jetzt eine gerade Fläche vor mir.

Das war der Punkt, an dem mir nur noch eines einfiel: Beten!

Ich betete: „Herr du siehst meine Situation und meine Verzweiflung. Wenn es dich tatsächlich gibt, dann hilf mir jetzt aus diesem Schlamassel. Und wenn du das tatsächlich machst, dann will ich dir mein Leben zur Verfügung stellen.“

Der Deal, wie beim Dichter vor 2.500 Jahren, nur noch etwas schärfer.

Was ist passiert? Nicht eine hochtechnische Idee oder eine Wundermaschine stand vor mir, nein, nur das wenige Werkzeug, dass ich dabei hatte lag immer noch da.

Mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit nahm ich wieder den Hammer und den Metalldorn und schlug damit ganz leicht auf die abgebrochene Fläche.

Ich traute meinen Augen kaum, das abgebrochene Stück drehte sich mit jedem Schlag ein kleines Stück und es dauerte nicht lange, da konnte ich den Bohrer mit den Fingern fassen und herausdrehen.

Mein Lehrmeister glaubte mir nicht, als er sich aber überzeugt hatte, dass es tatsächlich so ist, sprach er nur noch von einem Wunder.

Ich wusste ganz sicher, dass es so war.

Unser Psalmdichter ist jetzt mit seinen Viechern in den Tempel gezogen und hat sein Opferversprechen eingelöst – und ich?

Mich hat es noch einige Zeit umgetrieben, eins wurde mir aber immer deutlicher, ich habe mit Gott einen Deal gemacht, Er hat seinen Teil erfüllt und jetzt bin ich dran.

Eins wusste ich schon ganz klar, Gott ein Versprechen geben und nicht halten hat Konsequenzen.

Also machte ich mich nach 2 oder 3 Wochen auf den Weg zu meinem damaligen Jugendleiter und brachte mit ihm als Zeugen den ganzen Mist meines Lebens vor Gott, vor Jesus.

Wir beteten gemeinsam und ich übergab mein Leben komplett und wollte nur noch für Jesus unterwegs sein.

Das hatte dann erhebliche Konsequenzen für mein weiteres Leben.

„Lobt Gott, der mein Gebet ernst nimmt und mir seine Gnade nicht entzogen hat.“

Das habe ich dann auch, wie unser alter Psalmen-Verfasser, viele Jahre mit und durch die Musik gemacht.

Und ich kann dir nur bezeugen, Jesus lebt! – heute jetzt und hier genau noch so wie vor 2.000 oder 3.000 Jahren.

In dieser Firma habe ich übrigens noch 43 Jahre gearbeitet und erst Ende 2018    hat mir mein Herr einen Schlusspunkt gesetzt.

3. Betest du?

Du sagst ganz bewusst - „ja“.

Prima! Bleib dran und mach es dir zu einer guten Gewohnheit, beginne deinen Tag nicht ohne Gebet.

Sag Jesus, wie es dir geht, was du brauchst, deinen ganzen Schlamassel.

Aber Vorsicht! Einen Deal mit Gott zu machen hat immer Konsequenzen und du musst dann auch dein Versprechen einlösen. Dazu musst du bereit sein.


Und wieder meine Frage: Betest du?

Du sagst „nein“! Bist du dir sicher?

Und du sagst: „Ja, ich bin mir sicher.“

Und ich frage dich weiter:

Wie oft hast du in deinem Leben schon folgende Redensarten benutz:

„Gott, o Gott!“, „Gott sei Dank!“, „Lieber Gott!“, „Um Gottes Willen!“, „O Je“.

Du denkst jetzt: „Na, das sind doch nur so daher gesagte Floskeln. Das nimmt doch niemand ernst. Das sind doch keine Gebete.“

Schade eigentlich, denn „Gott sei Dank“ zu sagen ist doch prima, du sollst es nur bewusst tun, aus dem Herzen.

Ja, Gebete sind es tatsächlich, denn du sprichst Gott mit seinem Namen an.

Am Anfang der Bibel gibt er den Menschen Gebote. Die sind wichtig, damit das Leben gelingen kann.

Da heißt es im 2. Gebot, nachzulesen in 2. Mose 20 Vers 7:

„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnützlich führen (unbewusst aussprechen), denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“

Also überlege gut, wenn du wieder den Namen Gottes in den Mund nimmst, ob es wieder nur so eine Redensart ist.

Sehr traurig macht es mich, wenn ich Menschen das Gebet „Gott verdamme mich!“ sprechen höre.

Davon gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Kurzformen wie z.B: „verdammich“ oder „dammich“ oder „dampo“ oder „dimmich“ oder ähnliches.

Falls du das so oder ähnlich aussprichst, flehst du Gott regelrecht an, dass er dich verdammen soll. Ja, du betest!

Wie ist Gott gut, dass er dich dann nicht auf der Stelle tot umfallen lässt und Ende Gelände.

Gott schenkt dir Gelegenheit zu bereuen. Er schenkt dir noch Zeit umzudrehen, es komplett anders zu machen.

Du sagst: „Das schaff ich nicht, es ist schon so zur Gewohnheit geworden.“

Dann sage ich dir: „Das stimmt! Du kannst das nicht schaffen und auch für mich ist es immer ein langer Weg, alte Gewohnheiten zu ändern.

Aber nun die gute Nachricht:

Gott hat gewusst, dass du und ich, dass wir das nicht schaffen.

Und was hat er gemacht?

Er hat Jesus, seinen Sohn, Mensch werden lassen. Die Bibel berichtet von der unendlichen Liebe Gottes zu uns Menschen, seinen Geschöpfen.

Jesus hat uns unablässig von dieser Liebe berichtet und sie vorgelebt.

Er liebt dich so sehr, dass er für dich gestorben ist und diese, deine ganzen schlechten Gewohnheiten, den Mist und Schlamassel deines Lebens mit seinem Blut unwiederbringlich ausgelöscht hat.

Einzige Bedingung:

Du musst zu Jesus „ja“ sagen und ihm dein Leben geben, so wie ich das damals auch gemacht habe.

Und wenn du keinen Mut dazu hast, dann bete, ja, bete:

„Jesus, schenk mir, dass ich genügend Arsch in der Hose habe um jemand anzusprechen, mit dem ich gemeinsam „Ja“ zu Dir sagen kann.“

Es reicht, wenn es aus deinem Herzen kommt.
Heute ist deine Chance!

  Amen.