MogoPredigt Scheibenberg 2026

MogoPredigt  Scheibenberg 26.09.2026 – Der Glaube der kanaanäischen Frau 

Text: Mt. 15, 21-28

„Jesus verließ Galiläa und zog nach Norden in die Gegend von Tyrus und Sidon. Eine kanaanäische Frau, die dort lebte, kam zu ihm und bat ihn inständig:
»Hab Mitleid mit mir, o Herr, Sohn Davids! Meine Tochter hat einen bösen Geist in sich, der ihr schlimme Qualen bereitet.«
Jesus antwortete ihr nicht – er sagte kein Wort. Doch seine Jünger drängten ihn, ihre Bitte zu erfüllen.
»Sie belästigt uns sonst weiter mit ihrer Bettelei«, sagten sie. Da sagte er zu der Frau:
»Ich bin gesandt worden, um dem Volk Israel zu helfen – Gottes verlorenen Schafen – und nicht denen, die keine Juden sind.«
Sie lief jedoch hinter ihm her, warf sich vor ihm nieder und bat ihn wieder: »Herr, hilf mir doch!«

»Es ist nicht recht, den Kindern das Essen wegzunehmen und es stattdessen den Hunden vorzuwerfen«, sagte er.
»Du hast Recht, Herr«, antwortete sie, »aber selbst Hunde dürfen die Krümel fressen, die vom Tisch ihres Herrn fallen.«
Da sagte Jesus zu ihr: »Frau, dein Glaube ist groß. Deine Bitte soll erfüllt werden.« Und im gleichen Augenblick war ihre Tochter gesund.“

Wieder einmal ein aufregender Text – ein Aufregertext. Als erstes könnte man sich aufregen, über diesen Glauben an Geister.
Zweitens könnte man sich aufregen über die arrogant wirkende Haltung die Jesus gegenüber der Frau an den Tag legt.

Lasst uns mit dem Letzteren anfangen. Ich habe ja keine Ahnung, was du schon alles über Jesus weißt. Nun das stimmt nicht ganz, schließlich gibt es ein paar bekannte Gesichter unter den Besuchern. Einige kenne ich sogar ziemlich gut, ja so richtig persönlich. Bei einigen habe ich eine Ahnung, was sie von Jesus halten. Aber es gibt eben auch eine ganze Menge unter euch, da habe ich keine Vorstellung von dem was du von Jesus hältst, was du schon von ihm weißt…

Hätte man da nicht gerade einen anderen Text aus der Bibel nehmen müssen? Diesen links liegen lassen und einen Text aussuchen, der ein besseres Bild von Jesus zeichnet?

Ich behaupte, nein muss man nicht. Vielleicht wäre es einfacher gewesen über einen anderen Text zu reden – mag sein! Ich muss dir aber gleich zu Beginn gestehen, dass mir dieser Jesus, in dieser Geschichte bislang auch eher fremd ist. Dennoch achte ich es und schätze es, dass niemand über die Jahrtausende der Überlieferung der biblischen Texte es sich getraut hat, die Stelle zu glätten, sie zu verschönen, sie ein bisschen softer zu machen – so dass sie am Ende viel besser in das Jesusbild passt.

Wie sieht das typische Jesusbild denn überhaupt aus?
Fangen wir mal mit den Äußerlichkeiten an. Schließlich ist es ja auch dass was uns als Erstes förmlich, sprichwörtlich in die Augen fällt. Unser Bild von Jesus ist geprägt von den Vorstellungen der Künstler vor rund 150-200 Jahren. Jesus sieht aus, wie ein südländischer Europäer, schlank, scheinbar mittelgroß, gelocktes, schulterlanges Haar, ein spitz-zulaufendes Ulbrichtbärtchen, die Älteren unter uns wissen noch, was war der der am 15. Juni 1961 verkündete „Niemand beabsichtigt eine Mauer zu bauen!“

Erstaunlich finde ich, dass es ganz egal ist, wie weit man in der Kunstgeschichte zurückschaut, dass auch frühere Darstellungen von Jesus, diesem Typus folgen. Was wir aber viel genauer wissen, dass sind so Charaktereigenschaften von Jesus und auf die kommt es uns ja auch viel mehr an. Schließlich kommt wahre Schönheit von Innen…

Jesus begegnet den unterschiedlichsten Menschen, auch den verrufensten mit Liebe und Achtung.

  • den Zöllner Zachäus, ein allseits verachteter Typ, Jesus putzt ihn nicht runter, sondern lädt sich bei ihm ein. Die geistliche Elite schaut verwundert zu.
  • Bleiben wir gleich bei den Letzteren. Jesus scheint nicht darauf bedacht, moralische, ethische oder auch soziale Gegebenheiten einfach so zu übernehmen, weil sie „all mei Toch schu su warn.“ Regelmäßig erteilt er den sogenannten und selbst ernannten Eliten eine Abfuhr.
  • Die Frau am Brunnen, eine Frau mit beruflich wechselnden Beziehungen. Alle bilden sich ein, über die Frau urteilen zu können. Jesus nimmt sie in Schutz, verurteilt sie nicht, fordert sie aber auf ihr Leben zu ändern.
  • Jesus und die Kinder. Kinder galten damals nichts. Sie wurden gehandelt wie Hunde. Die Römer setzten ungewollte Kinder als Babys einfach auf die Straße. Das war nicht die Ausnahme, sondern ein Verhalten, was man für gängig hielt. Jesus nimmt Kinder drückt sie und stellt sie in den Mittelpunkt und sagt den anwesenden religiösen Lehrern und Erwachsenen: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, dann werdet ihr nicht in den Himmel kommen.
  • Und noch eines. Jesus stirbt am Kreuz. Nicht um gaaanz groß rauszukommen, sondern um die Schuld eines jeden Menschen zu büßen. Er opfert sich im wahrsten Sinne des Wortes auf.

Diese Fakten haben doch unser Bild von Jesus geprägt. Warum aber erteilt er der geplagten Frau in dieser Begebenheit solch eine Abfuhr?

Hatte er das, was wir einen „Scheiß-Tag“ nennen? Ich halte das für möglich. Wie? Was? Gottes Sohn hat einen schlechten Tag?

Jesus, so bekennen es Christen seit Jahrhunderten im Glaubensbekenntnis, ist Gottes Sohn. Geboren wurde er von Maria, einer Frau aus dem Volk, die aus Nazareth stammte. In Jesus läuft sozusagen beides zusammen. Ganz Gott und ganz Mensch.

Also vielleicht hatte Jesus tatsächlich einen schlechten Tag. Nicht schön, aber damit ist mir der Sohn Gottes sooo nahe…

Wie oft habe ich solche Tage? Tage an denen nichts geht? Tage wo man am besten gar nicht wissen möchte, was andere über einen denken?!

Jesus nicht der Überflieger? Der Typ, der zwar alles drauf hat, aber vom Leben keine Ahnung hat?

Jesus mit ´nem schlechten Tag?!

Danke Jesus dass du dich in meiner Gefühlswelt auskennst.

Beim Lesen oder hören des Textes könnte man zu dem Entschluss kommen: „Die Jünger sind ja viel humaner als Jesus!“ Bei genauerer Betrachtung stellt man allerdings fest, den Jüngern ist das alles nur peinlich. Die sind genervt. Die wollen die Frau loswerden. Die wollen ihre Ruhe – mehr nicht.
Das ist für Jesus aber auch kein Auslöser, kein Grund die Bitte der Frau zu erfüllen, damit die endlich ruhig ist, die Jünger nicht länger genervt sind.  Einige Theologen glauben im Zögern von Jesus den Gehorsam gegenüber seinem Vater, Gott Vater, zu entdecken. Jesus kam als Messias, als Retter für das von Gott auserwählte Volke, das jüdische Volk.

Irgendwann wandelt sich diese Ausschließlichkeit. Schon als junger Mann, am Anfang seines Handelns, als ihn seine Familie besuchen will, als sozusagen sein Volk, ihn zu einem Gespräch bittet, antwortet Jesus: „Wer sind meine Eltern? Wer ist meine Familie? (Ich erweitere: Wer ist mein Volk?) Und, Jesus gibt die Antwort selbst. „Wer den Willen, dessen der mich gesandt hat, tut, der ist mein Vater, meine Mutter, meine Geschwister (und ich erweitere wieder: mein Volk).“

(Lk. 8, 19-21: Die wahre Familie von Jesus
„Einmal wollten die Mutter von Jesus und seine Brüder ihn besuchen, doch sie konnten wegen der vielen Menschen nicht zu ihm durchdringen.
Jemand sagte zu Jesus: »Deine Mutter und deine Brüder sind draußen und möchten dich sehen.« Jesus erwiderte: »Alle, die die Botschaft Gottes hören und sich nach ihr richten, sind meine Mutter und meine Brüder.« )“

„Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ so wird es später einmal in der Apostelgeschichte (5, 19) aufgeschrieben.

Wir denken oft: Gott müsste so sein, Gott müsste so denken, wie wir selbst.
– Wenn das so wäre, dann wäre Gott doch nicht Gott oder?
– Dann wäre er eben wie wir.
– Auch ohne große Menschenkenntnis kann man sagen, dass ist nur seeehr, seeehr selten göttlich.

So tut Jesus nichts, ohne den Auftrag seines Vaters.

Aber in dem Bericht kommt auch nichts vor, woran man es fest machen könnte: So jetzt hat Gott grünes Licht gegeben. Legen wir da schon wieder einmal unseren ganz menschlichen Maßstab an??? Am liebsten wir hätten es schwarz auf weiß, ein Videomitschnitt oder…

Kommen wir zu den guten Sachen, die einem ins Auge fallen könnten.

  1. Jesus heilt die Tochter der Frau.

Als er den Glauben der Frau sieht, heilt er die Tochter, die dazu noch nicht einmal anwesend sein muss. Ein Wunder. Für uns ja, für Jesus, als Teil Gottes, als Teilhaber an der Vollen Macht, der Vollmacht Gottes nur ein Schnippsen mit dem Finger.

Jesus scheint es nicht egal zu sein, wie es der Frau und ihrer Tochter geht. Daraus schließe ich: Jesus ist es auch nicht egal, wie es dir oder mir gerade geht. Mit einem Fingerschnippser könnte er die Situation ändern. Manchmal passiert das auch noch heute. Immer wieder können Menschen von spektakulären Heilungen erzählen. Sie erzählen von Wundern.

Jesus heilt die Tochter der Frau.

Noch ein paar abschließende Gedanken zu der Krankheit der Tochter, bzw. zu der Beschreibung der Mutter.

Sie sagt:  »Hab Mitleid mit mir, o Herr, Sohn Davids! Meine Tochter hat einen bösen Geist in sich, der ihr schlimme Qualen bereitet.« Gibt es so was? Böse Geister? Wenn du an Gott glaubst, dann machst du diesbezüglich schon mal 90% richtig. Was ist mit den fehlenden 10%?

Wenn du an Gott glaubst, so wie er in der Bibel bezeugt ist, dann musst du wissen, dass es auch den Gegenspieler Gottes gibt. Das sind die anderen fast unbedeutenden 10%.

Wir haben ihn, den Teufel, oft verharmlost, ein bisschen doofer gemacht als er tatsächlich ist. Das Märchen „Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren“ ist daran sicher nicht ganz unbeteiligt.

Der Teufel, ist nicht allein. Sowie Gott seine Leute hat, angefangen von den Engeln bis hin zu dir. So hat auch der Teufel seine Leute, angefangen bei den Geistern oder bis hin zu dir?  Tatsächlich melden sich auch bei uns Menschen, die spüren eine Last, die sie sich zum Teil nicht einmal selbst auferlegt haben. Für die Bibel ist der Gegenspieler Gottes Realität.

Diese Realität wird z.B. in den Geboten mit ausgesprochen:

3.Mose 19, 4 „Ihr sollt euch nicht zu den Götzen wenden und sollt euch keine gegossenen Götter machen; ich bin der HERR, euer Gott.“

Die anderen Götter, Götzen, sie zählen zum Team des Gegenspielers.

3.Mose 26, 1 „Ihr sollt euch keine Götzen machen und euch weder Bild noch Steinmal aufrichten, auch keinen Stein mit Bildwerk setzen in eurem Lande, um davor anzubeten; denn ich bin der HERR, euer Gott.  „

Es geht also hier um von Menschen angefertigte Materialien aus Stein oder Holz, geschnitzt oder bemalt, vor denen Menschen knien, ihnen huldigen oder ihnen Kräfte zuschreiben.

Es geht aber auch um Wahrsagerei, die Gott seinen Leuten verbietet. Wie viel ist da auch in der Vergangenheit hier bei uns im schönen Erzgebirge passiert?

In jeder Gegend gab es einen weisen Mann, eine weise Frau, die man befragte in verschiedenen unklaren Lebenssituationen.

Der Ungehorsam diesem Verbot gegenüber, steht die Feststellung der Heimsuchung bis in die dritte und vierte Generation.

2. Mose 20,5: „Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten <Generation> von denen, die mich hassen.“

Also nicht unbedingt die heute Betroffenen selbst, haben sich z.B. mit diesem gefährlichen Spiel eingelassen, sondern ihre Vorfahren. Man muss nun nicht anfangen mühsam danach zu suchen. Betroffene wissen das meist schon lange, haben ein Gefühl dafür, dass da was sprichwörtlich im Busche ist.

Jesus kann davon befreien. Bei CMS gibt es ein Team von Leuten, die sich damit befassen. Niemand muss auf Dauer so leben. Jesus ist gekommen um solche Lasten abzunehmen.

Meine Großmutter hat mir als Kind immer vom Heilandsruf erzählt. Lange Zeit konnte ich damit nichts anfangen. Schon mal dieses Wort?!

Das scheint aus einer anderen Welt und Zeit zu stammen.

Gemeint ist damit ein Angebot das Jesus den Menschen macht:

Mt. 11, 28 (Lutherbibel 1912) „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ 
Tatsächlich. Wer wagt der gewinnt. Die Frau wagt es für ihre Tochter und gewinnt. Sie kommt und wird am Ende erquickt.

Das Angebot Jesu, sein Heilandsruf gilt noch immer. Lass dich nicht abhalten von deinen eigenen Gedanken, von den Meinungen der Leute oder wenn dir gar jemand sagt, dass du nicht gut genug seist.

Ich sage dir: Der Ruf gilt dir! „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“

AMEN!   (Roberto Jahn)

 

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